Agile Führungsmethoden beschreiben keinen festen Kanon an Techniken, sondern ein Set von Haltungen, Entscheidungslogiken und Führungspraktiken. Im Kern geht es darum, Führung an die Realität komplexer Systeme anzupassen. In solchen Systemen sind Ergebnisse nicht vollständig vorhersehbar, sondern entstehen durch Interaktion, Lernen und kontinuierliche Anpassung.
Agile Führung verabschiedet sich daher von der Idee, dass Führungskräfte alle Antworten kennen müssen. Stattdessen schaffen sie Rahmenbedingungen, in denen Teams selbst Lösungen entwickeln können. Verantwortung wird dort angesiedelt, wo Kompetenz vorhanden ist. Entscheidungen werden so dezentral wie möglich getroffen, aber so klar wie nötig abgestimmt.
Dabei geht es nicht um Führungslosigkeit. Agile Führung ist anspruchsvoll, weil sie Klarheit, Konsequenz und Reflexionsfähigkeit erfordert. Führungskräfte bleiben verantwortlich für Richtung, Prioritäten und Ergebnisse – sie verändern jedoch die Art, wie sie diese Verantwortung wahrnehmen.